Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung

Mathias Wild – Laurence Grave
Bilder und Zeichnungen

22.02.2018 – 25.02.2018

Galerie Albert Dumont, Brüssel
Rue Léon Lepagestraat 43 – 1000 Bruxelles

Mathias Wild verstand sich als Bildforscher, der seine Erkundungen vorangetrieben hat wie ein Essayist. Eine stete lebendige Präsenz ermöglichte ihm, dass er mit Zärtlichkeit und leidenschaftlich-kritischer Hingabe Bildformulierungen mit dem Ziel eines künstlerischen Erkenntnisgewinns schaffen konnte. Der Künstler agierte aus einer steten produktiven Ruhelosigkeit („restlessness“) heraus. Ausgehend vom Fond eines bildhaften Rauschens, einem „Sound“, der bereits vorhanden ist wie das Leben selbst. Er folgte Fährten, Spuren, legt selber welche, geht malerische Umwege, bricht ab, setzt wieder an, spielt mit Luziditäten, freien Zonen. Abstraktion und Figuration sind für Mathias Wild in seinem Schaffen, Bezugssysteme, die er nicht als Gegensätze sieht. Wo hört Malerei auf? Wo fängt Zeichnung an? Schnittstellen, Überschneidungen, Grenzauflösungen zeichnen Felder mit denen er sich befasste und deren Auslotungen sich im zeichnerischen Werk und der Malerei formulieren.

„Die Vielfalt meiner Zeichnungen und Bilder ist eher ein großes Öffnen im Sinne von Freilegen der Wahrnehmungen, Beobachtungen als eine konzentrierte Sammlung von Eindrücken. Im Vordergrund des Interesses steht der Prozess des Gestaltens in offensiver Form, worin alles Fragment bleibt, aber in Bezug gesetzt, frei kombiniert wird. Es geht mir darum, diesen Prozess ähnlich einer Bildmaschine in Gang zu halten. In dieser Fülle des Materials stets mit dem Risiko arbeitend sich zu verlieren, finden sich die Spuren und Fährten des Subjekts. Durch das Tun erst ergeben sich markante neue und andere Akzente.“ (2011, eigene Schriften)
Das gesamte Bild wird zur Kartographie und zum Aktionsfeld. der Künstler formuliert in seinen Aufzeichnungen: Durch diese komplexen Prozesse Erkenntnisse ermöglichen, andere Berührungen, Seherfahrungen inszenieren. Dem Schönen den äußern Reiz nehmen, weil allzu bekannt. Andere Seherfahrungen ermöglichen! Das sogenannt Böse und Hässliche wie selbstverständlich ins Bild einführen. (MW 2014)

>>In der stillen Korrespondenz mit Betrachter_in fächert sich jedes Bild in eine Vielheit von individuellen Lesarten auf. Genau in dieser Haltung liegt die kompromisslose Stärke der Malerei von Mathias Wild: mit seiner Widersprüche und Spannungen ausreizenden Ausformulierung des Bildes findet er in seiner Malerei zu einer ganz eigenen, luziden und pointierten Radikalität.<< (Andreas Schalhorn, «Im Bild denken: Zur Malerei von Mathias Wild », 2014 – Katalog ‚Vertiko – Der Blicke Fleck‘)

Barbara Anna Hubig, Berlin